Whisky - Whiskey - Whiskie

Ingo Kirchhoff mit Prof. Walter Schobert

Ein schottisch-keltischer Trinkspruch, der häufig beim Trinken von Single-Malt-Whisky verwendet wird, lautet „Slainte mhath“ (ausgesprochen: slaantsche wa). Er bedeutet wörtlich: 'Gesundheit gut', also „Gute Gesundheit“ und entspricht dem deutschen „Zum Wohle“.

Single-Malt-Whisky

ist eine Spezialform von Whisky; er stammt aus einer einzigen Brennerei und ist kein Verschnitt mehrerer Whiskysorten (= Single, deutsch: einzeln). Als Getreidebasis wird ausschließlich gemälzte Gerste verwendet (= Malt, deutsch: Malz). Auch das zur Herstellung benötigte Brauwasser stammt oft aus der nächsten Umgebung der Brennerei (z. B.: The Glenlivet, am gleichnamigen Fluss gelegen). Die gälische Bezeichnung für Whisky lautet uisge beatha (gesprochen uschkeba) und bedeutet Lebenswasser.

Bei einen Single-Malt, darf der Whisky ausschließlich aus gemältzer Gerste in einer einzigen Destillerie hergestellt worden sein. Werden Single-Malt Whiskys aus verschiedenen Destillerien gemischt, erhält man einen "Vatted-Malt", "Blended-Malt" oder "Pure-Malt". Wird ein Single- oder Pure-Malt Whisky mit Grain Whisky verschnitten (kontinuierlich destillierter Whisky aus verschiedenen Getreidesorten), erhält man einen "Blended" Whisky.

Im Gegensatz zu einem Blend, der in Geruch, Geschmack und Farbe sehr gut gleichmäßig zu reproduzieren ist, weisen Single Malts einen eigenen individuellen Charakter auf, der durch die Herstellung und die Lagerung bestimmt wird. Allerdings ist der Zusatz von Zuckerkulör als Farbstoff erlaubt und selbst bei teuren Single Malts durchaus üblich; nur in wenigen Ländern, darunter Deutschland und Dänemark, muss dies auf dem Etikett angegeben werden. Ohne Zuckerkulör produzierte Whiskys sind bisher noch ein Nischenprodukt, da diese von den meisten Konsumenten als zu hellfarbig empfunden werden.

Die eingesetzte Gerste hat als solche einen relativ geringen Einfluss auf den Charakter eines Whiskys, deshalb muss diese nicht unbedingt aus der Umgebung der Destille stammen; in Schottland wird sie oft auch aus anderen Ländern importiert, nur wenige Marken werben damit, ausschließlich schottische Gerste einzusetzen.

Ingo Kirchhoff mit Charlie Smith, ehemals Distillery Manager bei Talisker.

Dabei kann ein Single Malt durchaus eine Mischung sein: Vor der Abfüllung wird im Allgemeinen der Inhalt mehrerer Fässer (aber immer nur aus einer einzigen Brennerei) zur Erzielung eines einheitlichen „Hausstils“ in Farbe, Geschmack und Geruch gemischt. Trägt der Whisky eine Jahres- oder Altersangabe, dann bezieht sich diese Angabe auf das jüngste verwendete Fass.

 

 

Durch steigende Nachfrage werden mittlerweile vermehrt Produkte angeboten, die den einzigartigen Charakter des Single Malts noch steigern.

So werden Single-Malts auch als Single Cask (Einzelfass) abgefüllt. Hierbei stammt der Whisky nur aus einem einzelnen Fass, wobei die abgefüllten Flaschen oft auch nummeriert werden.

Wird Whisky nicht mit Wasser auf die willkürlich festgelegte Trinkstärke von 40 bis etwa 46% vol. (jedoch mindestens 40% vol., gemäß Scotch Whisky Act von 1988 und EU Verordnung Nr. 1576/89[1]) verdünnt, so erhält er die Bezeichnung Cask Strength (Fassstärke) oder Natural Strength (natürliche Stärke). Cask Strength bedeutet nicht Single Cask. Whisky mit der Bezeichnung Cask Strength kann durchaus aus mehreren Fässern stammen, die gemeinsam in ein sogenanntes vatt entleert werden, um dann abgefüllt zu werden.

Weiterhin wird mittlerweile auch gerne angegeben, in welcher Art von Fässern (z. B. Sherry-Fass oder Bourbon-Fass) er gelagert wurde, ob dies eine Erst- oder Mehrfachbefüllung (Refill) eines Fasses ist. Manche Whiskys werden nach ihrer eigentlichen Reifezeit auch noch in andere Fässer umgefüllt, um den Geschmack gezielt zu beeinflussen (Finishing). Dabei werden z.B. Sherry-, Port-, Rum- oder Weinfässer verwendet.

Während Blended Whisky oft mit Eis oder auch mit Cola getrunken wird, sollte Single Malt pur oder mit weichem Quellwasser und bei Zimmertemperatur genossen werden, um die in der Regel sehr komplexen Geschmacksnuancen wahrnehmen zu können.